Mayer: Haidong Gumdo ist eine reine koreanische Schwertkampfkunst mit einer 1700 Jahre alten Geschichte! Nun kann man diese Kunst seit 1982 in Korea und seit 7 Jahren in Europa lernen. In dieser Zeit, haben sich über 1.2 Millionen begeisterte Menschen in 51 Ländern rund um die Welt von der Dynamik und Vielseitigkeit anstecken lassen. Es liegt wohl an der Art und Weise, wie die koreanischen Meister diese Kunst vermitteln. Mit einer sehr grossen Professionalität, viel Herz und Freundlichkeit! Der Einfluss der Filmindustrie hat sicherlich auch einen kleinen Teil dazu beigetragen…;-)!
Mayer: Die Verbreitung einer neu zu lernenden Kampfkunst ist unter anderem abhängig von den geeigneten Instruktoren, die sie vermitteln. Ich alleine kann nicht in der ganzen Schweiz unterricht geben, dazu fehlt mir die Zeit. Demzufolge braucht es Instruktoren, die wir nun nach erfolgreichem ersten Lehrgang erneut ausbilden. Wir haben im Moment in Baar, Menzingen (ZG) und Hägendorf (SO) je ein privates Dojang eröffnet. Ab Mai 07 wird das vierte in Meggen (LU) eingeweiht. Weitere sind in Basel und Zürich in Planung.
Mayer: Für den Instruktoren Kurs braucht es zuerst einmal Leute die grosses Interesse an der Schwertkampfkunst haben. Dann ist es von Vorteil, wenn man schon Erfahrung in einer Kampfkunst hat, ev. schon einen Lehrergrad darin besitzt. Dann muss man sich für den Vorkurs anmelden der am 2. September von 14.00 – 17.00 Uhr durchgeführt wird. An diesem Vorkurs entscheidet sich dann, wer definitiv geeignet ist und den Kurs mit Beginn am 23./24. September 06 unter der Leitung von Master Han Sang Hyun (6. Dan) absolvieren darf. Ein Grundsatz heisst; wer nicht versucht der nicht gewinnt!
Mayer: Wir hatten in der 1. Instruktoren Ausbildung Kampfkünstler aus den Stilrichtungen: Karate, Judo, Kung-Fu, Tai Chi, Qi Gong, Escrima, Taekwondo und Hapkido. Von 14 Teilnehmern haben 11 den Kurs mit Erfolg abgeschlossen und den 1. Dan von Master Han Sang Hyun 6. Dan (Technical Director Europe) erhalten. Es ist durch die Sprachverbindung sicherlich vorteilhaft, wenn man vom Taekwondo oder Hapkido kommt. Auf der andren Seite sind Kampfkünstler die schon mit Schwert trainiert haben etwas „vorbelastet“ was Vor- oder Nachteile bringen kann, je nach dem wie offen man für das Neue ist!
Mayer: Diese „Kritiker“ lade ich am liebsten und sehr gerne zu unserem Seminar ein, um sich direkt und mit eigenen Augen davon zu überzeugen, dass die Ausbildung und die damit ausgebildeten Instruktoren einem guten Level entsprechen! Zudem habe ich in meinen 32 Jahren Budolebens erfahren können, dass es nicht auf die Länge sondern auf die Essenz ankommt, die man vermittelt. Nicht zu vergessen ist der wirtschaftliche Hintergrund, den sich manche Ausbilder mit unnötiger Zeit zu Nutze- und damit Kasse machen.
Mayer: Die koreanischen Grossmeister und Meister die ich kenne, allen voran der Präsident der World Haidong Gumdo Federation Grossmeister Kim Joeng-Ho, sind alle sehr angenehme und freundliche Menschen! Man kann sehr gut mit ihnen reden und sie schauen nicht von oben herab zum Schüler! Der Respekt wird gegenseitig und allgegenwärtig praktiziert! In Korea selber werden diese Menschen sehr geschätzt. Sehr viele Kinder praktizieren in Korea Haidong Gumdo. Es wird auch an den Schulen offiziell als Schulfach unterrichtet. Da nun die Kinder unsere Zukunft bestimmen, und die Eltern den Meistern ihre Kinder für das Training anvertrauen, denke ich ist die Arbeit dieser Schwertmeister von grösster Wichtigkeit. Wie weit sich das vergleichen lässt mit Japan, kann ich nicht im Detail sagen.
Mayer: Ich glaube der Status ist nicht so wichtig! Viel wichtiger ist, dass man durch das regelmässige Training von Haidong Gumdo einen Teil seines eigenen Lebens besser zu meistern fähig wird. Und wenn man dann als Instruktor eine eigene Gruppe unterrichten darf, kann man seine Erkenntnisse und Erfahrungen den Mitmenschen weitergeben und so positiven Einfluss nehmen. Dieses Glücksgefühl gönne ich jedem Menschen und hoffe, dass möglichst viele eines Tages diese positiven Emotionen erleben dürfen.