| Vereidigung der ersten Schweizer Haidong Gumdo Instruktoren (03/06) |
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Erste Haidong Gumdo Instruktoren in der Schweiz vereidigt Haidong Gumdo - "das Licht der aufgehenden Sonne glänzt über dem Wasser des östlichen Meeres und spiegelt sich in der Schwertklinge des Samurang..." Haidong Gumdo erreicht die Schweiz
Wer vor 2004 an fernöstliche Schwertkampfkunst dachte, assoziierte den Gedanken mit den japanischen oder chinesischen Künsten. Die Schweizer Kampfkunszene wurde aufgerüttelt, als im Dezember 2004 am Budo Masters, der grössten Kampfkunstveranstaltung der Schweiz, Haidong Gumdo ? die koreanische Kunst des Schwertes - vorgestellt wurde. Selbst an hoch gradierten und erfahrenen Insidern war das Wissen um Haidong Gumdo bisher verborgen geblieben. Dass der Glanz der Samurang - dem Pendant zu den japanischen Samurai - die Eidgenossenschaft schliesslich doch noch erreichte, war Kampfkunstpionier Master Christian Mayer und Instruktorin Katharina Wernli zu verdanken: sie erlernten die Kunst in England und eröffneten schliesslich die erste Schule in der Schweiz. Instruktorenlehrgang trägt zur Etablierung von Haidong Gumdo bei
Zur Etablierung des neugewonnenen kulturellen und sportlichen Gutes wurde eine Instruktorenausbildung auf den Plan gerufen. In verschiedenen Einführungsseminaren hatten Kampfkünstler aus allen Bereichen die Gelegenheit, Haidong Gumdo kennen zu lernen. Viele liessen sich von den dynamisch-kraftvollen Techniken faszinieren und waren vom authentischen Unterricht von Master Han, Sang-Hyun (6. Dan, European Technical Director) begeistert. 14 KAMPFKUNSTAKTIVE darunter viele Lehrer erfüllten schliesslich die geforderten Kriterien und nahmen die Herausforderung an, den Instruktorenlehrgang zu absolvieren. Die Ausbildung beginnt...
Niemand zweifelte daran, dass die Ausbildung alles andere als ein "Spaziergang" werden würde. Die Ostertage sollten genutzt werden um das erste von zahlreichen Intensivausbildungswochenenden durchzuführen. 4 Tage lang unter den Fittichen von Master Han sollte die Teilnehmer zu einer geballten Ladung Techniken führen. Schritt für Schritt und mit viel Geduld erklärte er die Abläufe von einzelnen Bewegungen, Formenläufen bis hin zu Angriffs- und Verteidigungsstrategien. Das Schwert gegen mehrere Gegner gleichzeitig zu führen, macht einen gesamthaften Überblick unbedingt erforderlich und führt unweigerlich zu dynamisch-rotierenden Bewegungen, bei denen die Präzision des Schwertes dennoch nicht vernachlässigt werden darf. Was sich zu Beginn als ungewohnt und fremdartig anfühlte stellte gleichzeitig eine Herausforderung an Koordination und im speziellen an die Gleichgewichtsfähigkeit dar. Erst nach unzähligen Wiederholung und physisch fordernden Trainingssequenzen schien sich der Körper mit den Bewegungen soweit vertraut gemacht zu haben, dass die Techniken dahinter erkennbar wurden. Und die Knochenarbeit zahlte sich aus: Die Kraft der Dynamik zu spüren war der Lohn für die Mühen und verlieh den Teilnehmerinnen wieder neue Energie. Mit dem neuen Wissen im Kopf, wendeten die Anwärter all ihre Energie auf, um das Gelernte zu festigen. Viel Zeit blieb nicht: nur wenige Monate später würde der nächste Lehrgang unter Master Han stattfinden ? bis dann musste das Gelernte sitzen, wenn man auf dem Weg fortschreiten wollte. . Methodik und Didaktik kam nicht zu kurz
Da Instruktor sein wesentlich mehr verlangt, als lediglich die Techniken zu beherrschen, kam zum körperlichen und technischen Training die Herausforderung hinzu, die methodisch-didaktische Fähigkeiten zu entwicklen. Dass bereits aktive Lehrerfunktion ein Vorteil darstelle, erwies sich bald als Irrglauben. Von Grund auf wurde die Vermittlungsmethode von Techniken aufgearbeitet; wer sich bisher schlechte Gewohnheiten angeeignet hatte, musste diese ablegen. Keine leichte Aufgabe, doch musste sichergestellt werden, dass die zukünftigen Instruktoren zu qualitativer Höchstleistung beim Unterrichten bereit sein würden. Unter dem wachsamen Auge von Master Christian Mayer wurden die Unterrichtsstrategien geübt, Fehler aufgezeigt, Korrekturen verinnerlicht, Variationen getestet, etc. Abschlussprüfung
Nach monatelangem Training und harten Übungssequenzen rückte der Zeitpunkt der Abschlussprüfung näher. Das Training wurde intensiver und die letzten Kraftreserven wurden mobilisiert, um den finalen Endspurt zu meistern. Schliesslich war es dann auch der Gruppenzusammenhalt, dem manchem die nötige Kraft verlieh, um die letzten Wochen vor dem grossen Moment der abschliessenden Instruktorenprüfung zu überstehen. Schliesslich war es soweit. Mit einer allgemein spürbaren Nervosität und der prüfungstypischen Mischung aus Zuversicht und Zweifel fanden sich die Prüfungskandidaten am Sonntag, 19. März 06, im Dojang ein, um den alles entscheidenden Tag hinter sich zu bringen. Würde die eigene Leistung reichen? Würde man seine Techniken in der Top-Form zeigen können, welche man sich wünschte? Würde man jene Fehler in den entscheidenden Momenten zu vermeiden wissen, von denen man wusste, dass man sie trotz intensivem Training noch nicht auszumerzen verstanden hatte...? Für die 11 Teilnehmer/innen, welche bis zum Schluss im Lehrgang verblieben waren, reichte die Leistung aus. Mit Freude und vielleicht auch einem bisschen Stolz verkündete Master Han in der feierlichen Abschlusszeremonie, dass alle Prüfungskandidaten erfolgreich bestanden hätten. Einige waren sich der Bedeutung dieses Moments bereits bei der Übergabe des Diploms und des Instruktoren-Doboks bewusst, andere fassten die Geschehnisse erst später. Nach intensiven Monaten des Trainings ist die Swiss Haidong Gumdo Association stolz darauf, 11 neue Instruktoren im Team zu haben. Und nun? Die Haidong Gumdo Instruktorenausbildung ist eine tiefe Erfahrung, welche die Teilnehmer ihre körperlichen und mentalen Grenzen erkennen, aber auch erweitern liess. Es mag Ansichtsache sein, ob die erfolgreiche Instruktorenprüfung der Abschluss einer intensiven Trainingszeit oder der Beginn einer noch intensiveren Entwicklung auf dem Weg von Haidong Gumdo ist. Text: Toby Bauert
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